Zeittafel

 

1217

Ort und Burg Kinsberg erstmals urkundlich genannt 14. Juli: Hungertod des böhmischen
Adeligen Hroznata in einem Kinsberger Burgturm.

1322

Verpfändung des Egerlandes mit Kinsberg an den böhmisehen König Johann. Im Gegenzug
Erteilung des „Egerländer Freiheitsbriefes" durch den Böhmenkönig;

1555

Bernhard Thein wird neuer Gutsbesitzer. Er setzt den ersten evangelischen Pfarrer in Kinsberg ein.

1577

Schulunterricht in Kinsberg (Niedere Schule).

1617

Bau der Dreifaltigkeitskirche nahe der Burg.

1648

Schweden brandschatzen Burg.

1658

Egerer Jesuiten erwerben Gut Kinsberg und bauen auf den Resten der Burg das heutige Schloß.

1664

Grundsteinlegung für die Gnadenstätte Maria Loreto auf dem Kinsberg und für den Großen
Kreuzweg von Kinsberg durch die Jesuiten.

1665

Gnadenbild „Unsere Liebe Frau Maria Loreto" aus Loreto/Ital.

1667

07. Juli: Nach Bewilligung des Regensburger Konsistoriums Feier der ersten heiligen Messe in
der Gnadenkapelle. Hierzu erste Prozession nach Maria Loreto durch die Lateinische
Bruderschaft der studierenden Jugend in Eger.

1673

Erste Prozession aus Waldsassen

1699

17. April: Vermählung des Prinzen Albrecht des Jüngeren von Brandenburg-Kulmbach (1666-1703)
mit Regina Magdalena Lutz, spätere Madame de Kotzau, durch Jesuitenpater Johann Cobern in
Maria Loreto. Obwohl seine Auserwählte für den Prinzen unstandesgemäß ist, schließt er gegen
den Willen des brandburgisehen Herrscherhauses und trotz seines evangelischlutherischen Glaubens
außerhalb des Landes eine Ehe zur rechten Hand nach römisch-katholischen Ritus.

1758

Wiederaufbau der Schloßkirche durch die Jesuiten Preußen überfallen im siebenjährigen Krieg
das Schloß; da die geforderten 1500 Reichstaler Brandschatzung nicht aufgebracht werden
können, nehmen sie zwei Geißeln, die auf Fürsprache des preußischen Generals Finck beim
Prinzen Heinrich wieder freigelassen werden.

1773

Aufhebung des Jesuiten-Ordens. Gut Kinsberg geht auf den k. k. Studienfonds, Seelsorge und
Patronatsrecht an den Kirchen auf Stadtpfarrkirche St. Niklas in Eger über.

1778

Stiftungsbrief des Bischöflichen Ordinariats in Regensburg, der nach dem Weggang der Jesuiten
die Seelsorge in Kinsberg durch den ersten Kaplan der Egerer Stadtpfarrei regelt.

1787

Kinsberg selbständige Lokalie.

1807

Durch Dekret des Kaisers Franz I. wird das Egerland von der Diözese Regensburg losgelöst und der
Erzdiözese Prag zugeordnet.

1822

26. Juli: Johann Wolfgang von Goethe in Kinsberg
23. August Johann Wolfgang von Goethe am Ölberg

1824

Verkauf des Gutes Kinsberg durch den k. k. Studienfonds an Johann Nonner.

1836

Abtretung des Patronatsrechts durch Egerer Dechant Friedrich Eifler an den Kinsberger Gutsherrn,
danach Gutsbesitzer auch jeweils Patron der Kinsberger Kirchen.

1852

Altkinsberg mit Neukinsberg vereinigt, Gemeindeamt Altkinsberg.

1855

Lokalie Kinsberg mit den seelsorglich betreuten Orten Altkinsberg, Neukinsberg, Kleinschöba,
Oberlindau und Unterlindau selbständige Pfarrei.

1857

Einpfarrung der Ortschaften Altalbenreuth, Boden und Gosel nach Altkinsberg.

1869

01. August: Primiz von Johann Zindl aus Gosel in Altkinsberg.

1876

Alexander Frank gestorben, Stifter der 14 Kreuzwegbilder in der Schloßkirche (1874) und eines
Fonds zur Erhaltung der Kreuzwegstationen (Testament).

1879

Pflanzung von 2 „Kaiserbäumen" am Eingang in die Kreuzgänge durch Pfarrer Michael Mareth
und Gemeindevorsteher Franz Blank anläßlich der Silberhochzeit des Kaiserpaares Franz Josef und
Elisabeth von Österreich.

1880

Fällen von 31 Alleebäumen (30 Kastanien und l Linde), Neuanpflanzung von 130 Jungbäumen
(Ahorn und Eschen).

1897

16. September: Seligsprechung Hroznatas.

1901

21. Juli: Errichtung des Postamtes.

1911

Erweiterungsbau der Tonwarenfabrik An ton Hart in Neukinsberg Elektrisches Licht für Altkinsberg.

1914

Beginn des ersten Weltkriegs (1914-1918).

1915

15. November: 250jähriges Jubiläum von Maria Loreto.

1916

25. Juni: Primiz von Georg Schreiner aus Altkinsberg.

1917

12.- 14. Juli: 700-Jahrfeier des Märtyrertodes Hroznatas
22. Juli: Primiz von Rudolf Löw aus Altalbenreuth inAltkinsberg

1918

28. Oktober: Ausrufung des tschechoslowakischen Staates.

1921

Eröffnung der Pfarrbücherei.

1922

Eröffnung der Gemeindebibliothek. Weiter große Teuerung, l Ei kostet l Krone.

1924

Eröffnung der neu hergestellten Bezirksstraße Altkinsberg Erlach-Pograth.

1926

Währung: 8 tschechische Kronen entsprechen l Mark.

1929

Kältester Winter seit 1775, in Prag -41 Grad, in Altkinsberg -26 Grad, ca. 1/3 des Wildbestandes
verendet, viele Eisenbahnzüge wegen Einfrierens eingestellt, Grippe-Epidemie 15. Juli: Eröffnung
des Omnibusverkehrs Altkinsberg-Eger.

1930

Bau der Eisenbetonbrücke über den Muglbach im unteren Dorf.

1932

An Weihnachten Entlassung aller noch beschäftigten Arbeiter, Ausgabe von Arbeitslosen-
Lebensmittelkarten in der Gemeinde (wöchentlich für Ledige 10, Verheiratete 20 Kronen),
gewerkschaftlich organisierte Arbeiter erhalten von ihrer Gewerkschaft nur 39 Wochen Unterstützung.

1933

Jahr der Arbeitslosigkeit und großen Not.

1934

01. Juli: Primiz von Franz Heini aus Altkinsberg Einrichtung einer Tagesheimstätte für 3-6jährige Kinder.

1937

18. Januar: Johann Frank gestorben, Gemeindevorsteher von 1909- 1931 und Verfasser der
Gemeinde-Chronik bis 1931.

1938

03. Juli: Primiz von Hermann Ebert aus Altkinsberg Anfang Oktober: Anschluß des Sudetenlandes an
das Deutsche Reich.Der deutsche Teil der Erzdiözese Prag erhält eine (nach dem 2. Weltkrieg
wieder aufgelöste) eigene Verwaltung unter Generalvikar Bock in Schlackenwerth.

1939

01. Mai: Einrichtung des Standesamtes Einführung der Kirchensteuer, Einstellung der Kultuszahlungen
des Staates an die Kirche.
01. September: Beginn des 2.Weltkriegs (1939-1945).

1940

Wiederholt Fliegeralarm in Altkinsberg, erste Bombe auf Eger.

1942

Elektrisches Licht in Schule und Wallfahrtskirche.

1945

08. Mai: Ende des 2. Weltkriegs

17. Mai: Sozialdemokraten und Kommunisten übernehmen die Verwaltung der Gemeinde

29. Mai: Scheltner Karl Bürgermeister

18. Juli: Übernahme der Verwaltung der Gemeinde Altkinsberg durch einen tschechischen Kommissar

Juli: Die ersten Altkinsberger werden ausgewiesen

1946

29. April: Beginn der offiziellen Vertreibung aus Altkinsberg.

1948

Machtübernahme durch die Kommunisten in der Tschechoslowakei.

1951

Letzter tschechischer Gottesdienst in der Pfarrkirche Beginn des Verfalls der im Sperrgürtel
gelegenen Wallfahrtsstätte.

1952

Glockenturm der Gnadenstätte durch Brand zerstört Abriß des Schulgebäudes.

1989/

1990

Die Wende, Zusammenbruch des kommunistischen Regimes

in der CSSR, Grenzöffnung zum Westen, Abbau der Grenzzäune.

Wallfahrer pilgern zu den Ruinen Maria Loretos.

1992

11. Februar: Gründung des Vereins zur Erhaltung und Förderung der Wallfahrtskirche Maria Loreto
in Altkinsberg, Egerland e.V.
1. Vorsitzender: Ing. Anton Hart, Waldsassen, früher Neukinsberg Beginn des Wiederaufbaus von
Maria Loreto durch Deutsche und Tschechen.

1993

31. Mai: Gründung des Bistums Pilsen/Plzeh mit 9 Vikariaten, u.a. dem Vikariat Eger/Cheb;
1. Bischof wird Msgr. Frantisek Radkovsky

10. Oktober: Erste deutsch-tschechische Begegnung mit Bischof Frantisek Radkovsky aus Pilsen.

1994

01. Juni: Hebefest des neuen Glockenturms

01. Oktober: Einweihung der wiederhergestellten Gnadenkapelle

02. Oktober: Deutsch-tschechische Begegnung,Weihe der 3 gestifteten Kirchenglocken und
Weihe der Kopie des Gnadenbildes „Unserer Lieben Frau Maria Loreto" durch Bischof
Frantisek Radkovsky aus Pilsen.

1995

Monatliche Gottesdienste in der Gnadenkapelle (Mai-August)
10. September: Erstmals Gottesdienst in der zum Teil wiederhergestellten Wallfahrts- bzw. Heilig-Geist-Kirche

01.Oktober: Deutsch-tschechische Begegnung mit Bischof Frantisek Radkovsky

1996

Monatliche Gottesdienste in der Heilig-Geist-Kirche (Mai-Nov.)
01. März: Eröffnung des Grenzüberganges Mammersreuth/Altkinsberg als Fuß- und Radweg
06. Oktober: Deutsch-tschechische Begegnung, Einweihung der wiederhergestellten
Wallfahrts- bzw. Heilig-Geist-Kirche durch Bischof Radkovsky aus Pilsen.

1997

Monatliche Gottesdienste in der Heilig-Geist-Kirche (Mai-Nov.)
24. Mai: Erste tschechische Firmung durch Bischof Radkovsky
22.Aug.: Erste tschechische Hochzeit in der Heilig-Geist-Kirche
05. Okt.: Deutsch-tschechische Begegnung, Neueinweihung des Heiligen Grabes (29. Kreuzwegstation)
durch Bischof Radkovsky. Ausgestaltung des Altarraumes der Hl.-Geist-Kirche abgeschlossen.

1998

Monatliche Gottesdienste in Maria Loreto (Mai-November)
16. August: Weihe des Ostermorgensteins beim Hl. Grab durch Pfarrer v. Lobkowicz, Eger/Cheb
10. September: Bischof von Fatima in Maria Loreto
04. Oktober: Deutsch-tschechische Begegnung, Einweihung der Kreuzwegstationen Nr. 27 (Kreuzkapelle)
und Nr. 28 (Kreuzabnahme) durch Bischof Radkovsky, Pilsen.

1999

Monatliche Gottesdienste in Maria Loreto (Mai-November)
Wiederherstellung der 23. und 24. Kreuzwegstation
Wiederaufbau der zerstörten 25. und 26. Kreuzwegstation
Fertigstellung der barocken Stuck-Figurengruppe in der 27. Kreuzwegstation (Kreuzkapelle)
03. Oktober: Deutsch-tschechische Begegnung mit Bischof Frantisek Radkovsky, Pilsen
Der alte grenzüberschreitende Wallfahrts- und Wanderweg von Mammersreuth nach Maria Loreto,
jetzt auch Geschichts- und Obstlehrpfad mit Schautafeln und neuem Kreuz.

2000

Monatliche Gottesdienste in Maria Loreto (Mai-November)
07. Mai: Benefizkonzert des Akkordeonorchesters Tirschenreuth
Fertigstellung von drei der vier Kreuzgang-Eckkapellen: „Maria Verkündigung",
„Die Flucht nach Ägypten" und „Maria Himmelfahrt".
01. Oktober: Deutsch-tschechische Begegnung mit Bischof Frantisek Radkovsky, Pilsen.

2001

Monatliche Gottesdienste in Maria Loreto (Mai-November)

Neugestaltung des Friedhofs mit Meditationspark und alten,  wiedergefundenen Steinskulpturen

der Kreuzwegstationen "Am Ölberg" und "Heiliges Grab".

Erste neuen Gemälde, sog. Stillstände, in den Kreuzgängen.

02. Sept.: "12-Uhr-Läuten" aus Maria Loreto im Bayerischen Rundfunk

08. Sept.: Festival Mitte Europa - Konzert in der Wallfahrtskirche

07. Oktober: Deutsch-tschechische Begegnung mit Bischof Frantisek Radkovsky, Pilsen.

2002

Maria Loreto bekommt wieder einen Beichtstuhl
Fertigstellung der letzten und 4. Eckkapelle: "Die Menschwerdung Gottes" oder auch “Christi Geburt”
Weitere Bilder für die sog. "Stillstände" in den Kreuzgängen werden angeschafft.
Steinskulpturen im Meditationspark werden restauriert
Bau eines Pavillions mit Ruhebänken im Meditationspark
06. Oktober: Deutsch-tschechische Begegnung mit Bischof Frantisek Radkovsky, Pilsen.

2003 Wiederherstellung der Hl.-Grab-Kapelle
2004

Fertigstellung des Meditationsparks mit Pavillion.

Tod von Ing. Anton Hart am 15. September 2004

2005

Errichtung einer Toilettenanlage.

Anschaffung weiterer Bilder für die sog. "Stillstände" in den Kreuzgängen.

2006 Das ausgebleichte Bild in der 28. Station "Kreuzabnahme" wird von Dr. Hatto Zeidler durch eine Figurengruppe aus witterungsbeständigem Material ersetzt.
2007

Neuer Christuskorpus, angefertigt von Dr. Hatto Zeidler, wird am Friedhofskreuz angebracht.

Produktion der CD "Hier bin ich Gottesmutter" mit Marien-Liedern aus dem Egerland und aus Bayern. Darauf zu hören auch die Glocken von Maria Loreto.

2008

Besuch des Päpstlichen Nuntius Jean-Claude Périset in Maria Loreto.

Einbau von Sicherungsanlagen zum Schutz von Maria Loreto; Wallfahrtsanlage wird komplett eingezäunt.

Dadurch kann das auf Initiative von Frau Hermine Hart aufwändig restaurierte Gnadenbild aus dem Jahre 1664 wieder nach Maria Loreto zurück überführt werden.

Anbringen von Netzen an den Bögen der Kreuzgänge zur Abwehr der Tauben und Vögel.

2009 Der Kreuzgang West wird auf Initiative der Pfarrei Eger umfangreich saniert.
2010

 Der Kreuzgang Ost, sowie die 4 Eckkapellen werden auf Initiative der Pfarrei Eger umfangreich saniert.

 Vor der Tür am Hauptportal wird zum Schutz vor Einbrechern ein stabiles Eisengitter angebracht.

 Die Eingangstür und die Tür zum Glockenturm werden restauriert und neu gestrichen.

 Im Kreuzgang Nord, links vom Hauptportal, werden neue Informationstafeln in tschechischer und deutscher Sprache angebracht.

 

(Quelle bis zum Jahr 2001: "Eine kleine Wallfahrt durch 330 Jahre Maria Loreto" von Elfriede Bidmon)

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