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Das Jahr 1945 setzte mit der Beendigung des unheilvollen zweiten Weltkrieges und der Vertreibung von Menschen aus ihrer angestammten Heimat auch in der Geschichte von Maria Loreto einen Meilenstein und zwar mit entgegengesetzten Wegführungen: zurück auf fast drei Jahrhunderte mit Errichtung, Aufblühen und weiter Ausstrahlung der Wallfahrtsanlage und voraus auf die inzwischen abgelaufenen 50 Jahre mit ihrer Vernichtung und begonnenem Neuerstehen.
Die Heiligtümer lagen bis 1989 im Sperrgebiet des Grenzlandgürtels und waren durch das kommunistisch-atheistische Regime der Zerstörung und Schändung preisgegeben. Meterhohes Gestrüpp umhüllte die von Kunstschätzen entleerte, dem Verfall überlassene Ruine des frühbarocken Bauwerkes. Dessen kunsthistorischen Wert bezeugt eine Dokumentation, die 1990 das Prager Staatsinstitut für Rekonstruktionen denkwürdiger Städte und Objekte, unter Leitung von Herrn Architekt Vystyd, auch für Maria Loreto erarbeitete, die Kosten für Sanierungsmaßnahmen bzw. Schleifung berechnete und feststellte, daß weder für die eine noch für die andere Lösung Geldmittel vorhanden seien, also nichts geschehen könne. Maria Loreto wäre weiter verfallen und untergegangen.
Die Initiative zum Wiederaufbau kam von diesseits der Grenze, entsprang der Liebe zur alten Heimat. Sie bewog mich zur Gründung eines Vereins zur Erhaltung und Förderung der Wallfahrtsstätte Maria Loreto. Die Gründungsversammlung fand am 11.02.1992 in Waldsassen statt.
Der Förderverein stellte die Ausgangsposition für eine gedeihliche Zusammenarbeit mit den tschechischen Behörden, voran Otakar Mika, Oberbürgermeister von Eger/Cheb und der dortigen Kirche auf der Basis eines soliden Vertrauensverhältnisses. Allen Mitverantwortung Tragenden danke ich herzlich. Das brückenschlagende gemeinsame Tun hat den bisherigen Wiederaufbau ermöglicht; es möge den weiteren leiten. Mein Mitwirken geschieht aus Liebe zur Heimatkirche - ich bin in Neukinsberg geboren - und aus Dankbarkeit gegen Gott, der mich aus dem 2. Weltkrieg wieder glücklich zurückkehren ließ.
Nach zweijähriger Bauzeit konnte 1994 das 330-jährige Jubiläum im gemeinsamen Festgottesdienst von Deutschen und Tschechen gefeiert werden. Ergriffen und beglückt vom Erlebnis schrieb ein Festteilnehmer: "Möge der Klang der neuen Glocken nie mehr verstummen und von Frieden, Freiheit, Verständigung und Freundschaft künden". Die Worte sprechen die Zukunftsaufgabe der neuen Gebetsstätte an. Gebe Gott die Erfüllung!
Ihr Ing. Anton Hart
(†)
(Quelle: "Eine kleine Wallfahrt durch 330 Jahre Maria Loreto" von Elfriede Bidmon)
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